Wer viel macht, steht auch oft in der Presse –
wer viel wagt, hat auch viele Kritiker.
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Eine Tiefgarage in Pirnas Altstadt, das gibt es bisher nur einmal – im Quartier 1. SZ sprach mit Sven Vater, dem Geschäftsführer des Quartier 1 Vermieters Geva.
Alles, was dazu beiträgt, Pirna attraktiver zu machen, ist unterstützenswert. Die Frage ist, ob es für das von der Stadtverwaltung geplante Parkhaus einen besseren Standort gibt als unter dem Markt.
Was spricht für eine Tiefgarage unter dem Marktplatz?
Bürgermeister Christian Flörke hat hundertprozentig recht, wenn er sagt, dass die Menschen lauf faul geworden sind und direkt am Markt parken möchten. Diese Möglichkeit würde man ihnen geben – und gleichzeitig die Blechlawine reduzieren, da parkende Autos unter der Erde verschwinden. Auch für die Hotels am Markt bedeutet die Tiefgarage eine Aufwertung. Sie hätten endlich Stellplätze.
Und was spricht gegen die Tiefgarage?
So eine Tiefgaragen-Einfahrt macht den historischen Markt nicht unbedingt erlebenswerter. Zudem ist solch ein großes Vorhaben nicht innerhalb von drei Monaten abgeschlossen. Nach meiner Erfahrung muss man eine Bauzeit von ein bis eineinhalb Jahren einplanen, inklusive Marktplatzgestaltung. So lange wird man den Markt nicht befahren und kaum betreten können. Für die Geschäfte am Platz wird das beträchtliche Auswirkungen haben. Außerdem: Es ist doch völlig unklar, was es archäologisch bedeutet, wenn man so tief unter dem Marktplatz gräbt.
Sie haben einmal gesagt, dass Sie den Bau einer Tiefgarage in der historischen Altstadt wohl nicht wieder in Angriff nehmen würden. Warum nicht?
Die Tiefgarage im Quartier 1 hat mich jede Menge, Kraft, Nerven und Geld gekostet. Durch den Bau im Überschwemmungsgebiet sind wir auf Schwierigkeiten gestoßen, mit denen wir nie gerechnet haben. Schon allein die Baugrubensicherung ist extrem aufwendig, Schäden an Gebäuden sind nahezu unabwendbar. Hinzu kommt der Schutz vor Grundwasser mithilfe einer Betonwanne, die tief im Untergrund verankert werden muss.
Gibt es denn realistische Alternativen für Parkflächen in unmittelbarer Altstadtnähe?
Zunächst einmal braucht die Stadt ein elektronisches Parkleitsystem, das auch die Parkhäuser am Steinplatz und im Quartier 1 mit einbezieht. Sicher, ich sage das nicht ganz uneigennützig. Unsere Tiefgarage könnte eine bessere Auslastung vertragen. Sie wird im Moment kaum als öffentliches Parkhaus wahrgenommen.
Für zusätzlichen Parkraum gibt es aber kaum Platz.
Meine Überlegung ist folgende: Man sollte sich Gedanken zum alten Gerichtsgebäude in der Külz-Straße machen. Man entkernt es und baut ein vollautomatisches Parkhaus ein. Das Haus würde Platz für schätzungsweise 200 Autos bieten – versteckt hinter einer schönen historischen Fassade. Pirna hätte dann an jedem strategisch günstigen Punkt um die Altstadt ein Parkhaus.