Unser Partner für Türkei-Immobilien

Alanya Tuerkei-Immobilien


Türkei-Immobilien finden Sie hier >>

GRÜNDERZEITZEUGEN Gartenstraße 18 und Rosa Luxemburg Straße 12 in Pirna

9

>>> Hier können Sie sich das Prospekt zu unserem neuen Bauvorhaben in Pirna anschauen!

(22 MB)

21.10.2003 | Sächsische Zeitung | Sanierung Altstadt

Altstadthaus kommt unter den Hammer

Hoffnung für Saxonia-Gebäude / Auf Schloßstraße und Obere Burgstraße geht Sanierung dem Ende entgegen / Noch keine Rettung für Quartier 1 an der Langen Straße in Sicht

Die Altstadtsanierung in Pirna geht peu á peu dem Ende entgegen. Die Fördermittel von knapp 64 Millionen Euro sind bis 2010 begrenzt. Während in manchen Bereichen fast ganze Straßenzüge saniert sind, bieten andere Häuser noch ein tristes Bild.

Von Peter Hilbert

„Das ist ein Sorgenkind, das wir endlich vom Tisch haben“, atmet Denkmalamtchef Georg Schmitt auf. Er steht gerade mit Malermeister Torsten Riehle vorm Haus Markt 6, stimmt Farbtöne für den Eingangsbereich des Ladens im Erdgeschoss ab. Schmitt freut sich, dass der Eigentümer mit Hilfe der Stadt die Sanierung bewältigt hat. Die war gar nicht so einfach. Denn bei dem Barockgebäude von 1720 steckte der Teufel im Detail. Erst beim Bau stellte sich beispielsweise heraus, dass die Schäden im Dachbereich größer sind als angenommen. Aber auch das wurde bewältigt, so dass die Sanierung jetzt dem Ende entgegen geht.

 

Burg- und Schloßstraße bald völlig saniert

Zahlreiche Überraschungen barg auch das Nachbarhaus Markt 5, das der Copitzer Gießerei-Chef Clemens Schmees ersteigert hat und jetzt saniert. Die Decken waren total kaputt, so dass die Bauleute kräftig zu tun hatten, sie zu erneuern. Die Wohnungen bekamen eine moderne Ausstattung, die Fassade soll entsprechend dem historischen Vorbild hergerichtet werden. Im Erdgeschoss wird ein Spezialitätengeschäft für Rathener Geiste und Copitzer Brauhaus-Bier mit Probierstube eingerichtet. Im Frühjahr 2004 sollen sich die Türen nach der Sanierung öffnen.

Handwerker sind derzeit noch an weiteren Altstadthäusern zugange. So bringt der Pirnaer Bauträger GEVA derzeit die Obere Burgstraße 12 und die Schloßstraße 7 in Schuss. Beendet scheint jetzt auch eine der Endlos-Geschichten um ein Pirnaer Altstadthaus, die Schloßstraße 3. Nach juristischen Auseinandersetzungen hat die Treuhand-Liegenschafts-Gesellschaft das Gebäude übertragen bekommen und einen Käufer gefunden. Wird dieses Objekt saniert, sind die Schloßstraße und die Obere Burgstraße fertig.

Sichtbar voran geht es auch auf der Schössergasse 11. Das 1511 gebaute Haus am Markt mit einem wertvollen Renaissancegiebel soll 2004 in neuem Glanz erstrahlen. Ebenso das Eckhaus Lange Straße 38 a/ Badergasse 6. Das wertvolle Gebäude stammt aus dem 16. Jahrhundert. Im kommenden Jahr will die Städtische Wohnungsgesellschaft ihr letztes Bauprojekt in der Altstadt abgeschlossen haben.

Traurig sehen hingegen noch Teile des so genannten Quartiers 1 aus. Besonders die Gebäude an der Langen Straße zwischen Niederer Burgstraße und Töpfergasse bieten einen tristen Anblick. Schmitt fahndet regelrecht nach Eigentümern, die er für nötige Sicherungen heranziehen kann. Vergeblich. „Die Grundstücke sind völlig überschuldet. Wir sehen jetzt zu, sie in eine Hand zu bringen, damit sie saniert werden können“, erläutert der Denkmalamtchef seine Strategie.

Bei der nahe gelegenen Langen Straße 38 scheint sich zumindest eine Lösung abzuzeichnen. Nach langem Hin und Her wolle der Insolvenzverwalter jetzt eine Zwangsversteigerung anmelden. Bis zum Termin können aber locker eineinhalb Jahre vergehen, dämpft Schmitt jedoch übertriebene Hoffnungen für das Gebäude, in dem früher in der Gaststätte Saxonia bei dem Pirnaer Original Milda Linke Pils aus den Zapfhähnen floss.

Zahlen & Fakten zur Altstadtsanierung

  • 322 Grundstücke gibt es in der Pirnaer Altstadt
  • Über 70 Prozent der Häuser sind saniert oder in Ordnung, bei fünf Prozent läuft die Sanierung derzeit
  • Ein Viertel der Gebäude muss noch in Ordnung gebracht werden
  • Knapp 64 Millionen Euro Fördermittel sind für die Altstadtsanierung in Pirna vorgesehen. Davon sind rund 56 Millionen Euro bewilligt. Abgerufen sind fast 50 Millionen.
  • Noch zwölf Prozent der Mittel stehen für die Vorhaben bis 2010 zur Verfügung, das sind rund sieben Millionen Euro.
  • Deutlich weniger Geld als in den vergangenen Jahren fließt 2003 in die Altstadtsanierung. Es sind rund 3,5 Millionen Euro. 2002 waren es 4,6 Millionen Euro.
  • Das Rekordergebnis wurde 1992 mit 6,8 Millionen Euro Zuschuss für die Altstadtsanierung erzielt, gefolgt vom Jahr 2000 mit 6,5 Millionen Euro.
  • Dramatisch war der Bevölkerungsrückgang nach der Wende. Lebten 1990 noch 1.512 Bürger im Zentrum, so waren es 1998 nur noch 988.
  • Positiv hat sich die Bevölkerungszahl in den vergangenen Jahren entwickelt. Erstmals stieg sie 1999 an und erreichte 1.042. 2000 waren es 1.152 Bürger und 2001 1.213. Derzeit leben 1.270 Menschen in der Altstadt.

Schritte der Sanierung

1996. Die Sanierung des Rathauses ist abgeschlossen. Unterm Strich gab die Stadt für ihren eigenen Verwaltungssitz 4,2 Millionen Euro aus.

1997. Die Schössergasse ist grundhaft ausgebaut und ebenso der Zwinger zwischen der Badergasse und der Dohnaischen Straße.

1998. Nach über dreijähriger Sanierung ist das Tetzelhaus mit Pirnas ältestem Dachstuhl von 1391/82 fertiggestellt. Das wertvolle Altstadthaus Lange Straße 10 ist saniert.

1999. Im Canalettohaus zieht nach der Rekonstruktion wieder Leben ein. Das erste große Altstadt-Projekt der Städtischen Wohnungsgesellschaft – die Lange Straße 22/23 – wird übergeben.

Die Mieter können ins sanierte Quartier 24 einziehen.

Das Dach der Marienkirche ist saniert.

2000. Das deutsch-tschechische Internat wird eingeweiht. Die Sanierung der Langen Straße 24/25 ist abgeschlossen. Der Komplex Markt 8/ Schmiedestraße 48 ist saniert.

Das Kuratorium Altstadt hat die Mägdleinschule am Kirchplatz saniert.

2001. Das Hinterhaus Lange Straße 25 wird nach der Sanierung übergeben.

2002. Der Renaissancebau Lange Straße 43 erstrahlt in neuem Glanz.

2003. Mit dem Teufelserker-Komplex wird ein Wahrzeichen der Altstadt nach der Sanierung übergeben

«zurück

Zeitungen