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(22 MB)

30.08.2008 | Sächsische Zeitung | Quartier 1

Pirna. Gestern wurde mit einem Festakt das Prestigeobjekt eröffnet. Ein Projekt, dessen Umsetzung mit vielen Problemen verbunden war.

Die Erleichterung war Pirnas Oberbürgermeister Markus Ulbig (CDU) anzusehen, als er gestern Abend das Quartier 1 m Herzen der Altstadt eröffnete. „Ich bin stolz und dankbar, dass diese Leistung vollbracht worden ist“. Im Vorfeld hatte es bei der Umsetzung des Projekts an der Langen Straße und Niederen Burgstraße immer wieder Ärger gegeben.

Sanierung begann 2005

Die Pirnaer Geva-Gruppe hatte 2005 begonnen, das aus sieben Altstadthäusern bestehende Ensemble auf Vordermann zu bringen. Ausgestattet ist der Komplex, der 37 Wohnungen und vier Gewerbeeinheiten umfasst, unter anderem mit Pirnas ersten vollautomatischen Tiefgarage, einer Erdwärme-Versorgung sowie einer zentralen Medienerschließung. Doch die Bausumme dafür erhöhte sich während der Umsetzungsphase. Aus den ursprünglich geplanten rund 12,9 Millionen Euro wurden am Ende über 15 Millionen Euro. In diesem Zusammenhang wuchs auch der Anteil der Fördermittel von 6,8 Millionen auf 8,6 Millionen Euro.

Strafanzeigen und Mehrkosten

Aufgrund dieser Kostensteigerung musste schließlich auch die Geva-Gruppe das Quartier 1 an eine Berliner Investorengruppe verkaufen. Zudem gab es mehrere Strafanzeigen, unter anderem wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug. Oberbürgermeister Ulbig sprach auch dieses Thema an. „Es ist ganz normal, dass es Diskussionen bei solch einem Projekt gibt. Aber die Art und Weise war nicht immer der Sache dienlich.“ Er erwarte aber, dass die noch ausstehenden Sachverhalte geklärt werden und die Verantwortlichen die Konsequenzen tragen müsse. Aber auch jetzt sind längst nicht alle glücklich mit dem Ergebnis. Albrecht Sturm, stellvertretender Vorsitzender vom Kuratorium Altstadt Pirna lehnt das Projekt, so wie es nun umgesetzt wurde, ab. „Es wirkt zerstörend auf die Strukturen“, sagt er. „Ein saniertes Quartier, wie wir uns das vorgestellt haben, wäre bestimmt billiger geworden und hätte uns befriedigt.“ Indes sind jedoch schon die ersten Mieter in das Objekt eingezogen, die sich sehr zufrieden über den Komplex äußerten.

 

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