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17.05.2003 | Sächsische Zeitung | Obere Burgstraße 1 – 3

Nie mehr Ärger mit dem Erker

GEVA-Strategen können heute feiern

Sven Vater (30) und Mike Gerbig (32) können sich heute sonnen. Nein, nicht im Licht der prallen Mittagshitze. Sondern im strahlenden Lichte ihrer Erfolgs. Die beiden jungen Pirnaer haben das fast Unglaubliche geschafft: Der Teufelserkerkomplex ist saniert. Wer hatte das nach dem jahrelangen Gewusel des einstigem Besitzers Bernhard Biebl noch gedacht. Trotz Richtfest und immer neu verkündeter Fertigstellungstermine blieb unter seiner Ägide am Teufelserker alles in den Ansätzen stecken. Gut, dass zwei junge, tatkräftige Männer die Ärmel hochgekrempelt haben und 2001 losmachten. Trotz aller Unkenrufe, dass Gerbig und Vater, die mit den Anfangsbuchstaben ihrer Firma GEVA den Namen gaben, es nie schaffen. Dabei war der Anfang nicht einfach. Biebl wollte satte 1,28 Millionen Euro für den Komplex. Auch bei anderen Dingen sprang der Münchner nicht gerade zimperlich mit der GEVA um. „Herr Biebl hat uns gelinkt“, resümiert Vater mit seinem heutigen Wissen. „Viele Arbeiten – wie Verpressungen – sollten angeblich passiert sein. Und waren es aber nicht. Deshalb ist es für uns schon kompliziert gewesen.“, erinnert sich der Firmenchef. Ohne Unterstützung der Pirnaer Sparkasse wäre aus dem Acht-Millionen-Projekt auch nie etwas geworden. Zu Hochzeiten waren 120 Bauleute im GEVA-Auftrag zugange. Was mitunter für Verdruss bei Nachbarin Elvira Koll sorgte. Nächtlichet Baulärm oder eine angefahrene Sandsteinmauer bereiteten ihr Kummer. Doch GEVA-Chef Vater versuchte in seiner besonnenen Art immer wieder zu beschwichtigen, damit sich die Fronten nicht verhärten. Und dann gibt es doch auch noch diese unsäglichen SZ-Zeitungsschreiber. Immer wieder machten sie sich einen Spaß daraus, die angespannt arbeitenden GEVA-Vormänner mit Nichtigkeiten zu ärgern. Zum Beispiel dem Leuchtpflaster. Denn dieses wollte vorm Teufelserker installiert werden. Und es ist mittlerweile. Also wunderte es die Pirnaer am 1. April überhaupt nicht, dass eine ganz neue Idee geboren wurde: gigantische Halogenstrahler wie bei einer Mega-Disco. Natürlich zur weiteren Aufwertung des Teufelserkers, der ja ob der gewaltigen Leistungen eigentlich fast in GEVA-Erker umbenannt werden müsste. Sogar aus dem Weltall sollten die Super-Strahler zu sehen sein. Im Gegensatz zu anderen GEVA-Projekten wurde daraus nichts. Denn die Strahler waren als Aprilscherz schlicht und einfach das geistige Produkt eines SZ-Redakteurs. Doch da bei der GEVA nichts unmöglich scheint, hielten das die meisten Leser gar nicht für so abwegig. Abwegig ist es bestimmt auch nicht, von der mittlerweile durch Teufelserker, Leuchtpflaster & Co. zu Ruhm und Ehre gelangten GEVA auch künftig Großes zu erwarten. Das Schloss Sonnenstein harrt der Sanierung. „Packen wir es an. Nichts ist unmöglich.“ Diesen Satz hat Sven Vater sicher schon auf der Zunge.

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