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(22 MB)

02.04.2003 | Pirnaer Rundschau | Obere Burgstraße 1-3

Teufelserkerkomplex fertig gestellt

Moderner Wohnkomfort hinter historischer Fassade

Pirna. Nachdem die letzten Baugerüste gefallen sind, erstrahlt der Teufelserkerkomplex in Pirnas Innenstadt in altem und neuem Glanz.

Der berühmte „Teufelserker“ wird damit zu einer der ersten Wohnadressen in Pirna; denn hinter der historischen Fassade des Renaissancegebäudes entstanden moderne Wohnungen.

Vor zwei Jahren begann die Pirnaer Bauträgergesellschaft GEVA Immobilien GmbH mit der Vorbreitung zur Rekonstruktion dieses bedeutenden historischen Komplexes, der aus dem Teufelserkerhaus, dem Gotischen Haus und dem Kernschen Haus besteht, das wieder aufgebaut wurde.

Schwierig war es, diese drei Gebäude, die unterschiedliche Höhen hatten, miteinander und mit einem Neubaukomplex zum Schlossberg hin in Einklang zu bringen. Für den verantwortlichen Planer, den Architekten Uwe Seidel, eine echte Herausforderung. Die Lösung wurde in einem Treppenhaus in versetzten Ebenen gefunden. Dadurch sind alle Gebäudeteile behindertengerecht bzw. barrierefrei miteinander verbunden.

Interessant ist auch die Gestaltung des geräumigen Innenhofes, der natürlich noch begrünt wird. Ein Großteil der Wohnungen ist über Laubengänge zu erreichen, wodurch offene, großzügig angelegte Eingangsbereiche entstanden.

Die 35 Wohnungen selbst, von denen 22 zum Betreuten Wohnen gehören, sind sehr individuell geschnitten. Dabei gelang es, die tragenden Wände der historischen Gebäude zu integrieren und trotzdem Grundrisse zu schaffen, die heutigen Ansprüchen gerecht werden. Säulen, Bögen und Nischen blieben erhalten.

Sven Vater, einer der beiden Geschäftsführer der GEVA, weist darauf hin, das alle Wohnungen bereits verkauft sind. Sie werden von den Eigentümern teils selbst genutzt oder vermietet. Übrigens sind die ersten Mieter schon eingezogen. Sie freuen sich über den modernen Wohnkomfort, der u. a. auch in einem Fahrstuhl und einer Tiefgarage mit 31 Stellplätzen besteht.

Was sich heute so selbstverständlich anhört, war es keineswegs; denn um diese Tiefgarage fast 10m in den Hang hineinzubauen, mussten 2.800 Kubikmeter Erde bewegt werden, wie wir vom Geschäftsführer Mike Gerbig erfahren. 1,2 Millionen DM wurden so buchstäblich „in Sand gesetzt“.

Fünf Gewerbeeinheiten – drei für Geschäfte und zwei für gastronomische Einrichtungen – entstanden ebenfalls.

Im Teufelserkerhaus wird es bald ein Restaurant im Kolonialstil geben und im Gotischen Haus, das mit ca. 400 Jahren das älteste ist, eine italienische Gaststätte. Im Mai wollen sie schon eröffnen. Bis dahin gibt es aber noch viel zu tun.

Zwei Läden und 30 Prozent der Wohnungen, für die es schon zahlreiche Interessenten gibt, können noch gemietet werden. Die Wohnungsmiete wurde dem Niveau des anderen Wohnraumes in Pirnas Innenstadt angepasst und beträgt (kalt) 5,60 Euro pro m2. Viele Neugierige nutzten am vorigen Samtstag die Gelegenheit, um zum Tag der offenen Tür einen Blick ins Innere der sanierten Häuser zu werfen. Dabei erfuhren sie auch viel Interessantes über den Bauablauf, der ein Jahr und zwei Monate dauerte.

43 Baugewerke mit insgesamt 270 Beschäftigten waren in dieser Zeit auf der Baustelle tätig. Fast alle, bis auf zwei Spezialfirmen, stammten aus Pirna und Umgebung.

Und was die umstrittenen Lichtfliesen vor dem Teufelserkerhaus betrifft, so dienen sie nicht der Beleuchtung, sondern der Illuminierung, wie GEVA-Chef Sven Vater feststellt. Zwei Spots sollen den reichverzierten Teufelserker in richtigem Licht erstrahlen lassen.

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