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(22 MB)

01.10.2002 | Morgenpost | Obere Burgstraße 1-3

500 Jahre alt – bald wieder wie neu

Pirnas teuflisch schönes Erkerhaus

Pirna – Ein Jahrzehnte währendes Trauerspiel um das neben Canaletto- und Teztelhaus berühmteste Pirnaer Gebäude ist beendet: Das historische Teufelserkerhaus erhält wieder ein Gesicht. Die ganze Stadt blickt auf die Sanierung des fast 500 Jahre alten Gebäudes, und es müsste nun schon mit dem Teufel zugehen, könnte sich Pirna nicht bald wieder mit einem Altstadt-Kleinod schmücken.

„Wenn es am Teufelserkerhaus läuft, geht ein Ruck durch die Stadt“, spürt Denkmalamtsleiter Georg Schmitt. „Dieses Haus ist ein Stückchen Pirnaer Identität. Das wiegt so schwer wie die Sanierung von 15 anderen.“

Während das Kernsche Haus gleich daneben 1982 abgerissen wurde, konnten die Bürgerbewegung „Rettet Pirna!“ und die gerade noch rechtzeitig gekommene Wende 1989 dem Teufelserkerhaus ein gleiches Schicksal ersparen. Ein Münchner Investor nahm sich seiner an, kam über Sicherungsmaßnahmen jedoch nicht hinaus. Den Pirnaern blutete das Herz.

Doch seit Mai dieses Jahres brummt es auf der Oberen Burgstraße. Und diesmal ist es keine heiße Luft. „Das wird in Pirna die Wohnadresse Nummer eins“, versichert Mike Gerbig, einer der beiden Geschäftsführer der GEVA Immobilien GmbH, die als Bauherr und Bauträger des Teufelerker-Ensembles nun Nägel mit Köpfen macht. In dem 2.660 Quadratmeter großen Komplex mit 300 Quadratmeter begrüntem Innenhof entstehen 35 Wohnungen, Gewerberäume, 31 Tiefgaragenplätze. „Zu 90 Prozent sind Wohnungen und Gewerberäume bereits verkauft“, freut sich Gerbig über den Zuspruch.

5,6 Millionen Euro kosten Sanierung, Rekonstruktion und denkmalgerechte Wiedererrichtung des einzigartigen Komplexes Teufelserker-/Kernsches/Gotisches Haus. Derzeit werkeln Sanitär- und Elektrofirmen, Dachdecker, Trocken- und Festerbauer in zwei Schichten. „Ende des Jahres“, versichert Gerbig, „soll das Ensemble bezugsfertig sein“.

„Die Erwartungshaltung ist riesengroß“, weiß Denkmalamtsleiter Schmitt und kommt selbst ins Schwärmen: „Diesen Teufelserker muss man gesehen haben. Der geht bis ins Dach hoch und besteht aus reinem, feinstem Sandstein. Ein Juwel...“ Mitte Oktober wird Richtfest gefeiert.

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