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01.03.2003 | März 2003 | Presse zum Thema "Leuchtpflaster"

Sächsische Zeitung Datum: 22./23.03.2003

Trotz Kritik kommt Leuchtpflaster Im Sommer sollen Steine nachts strahlen

Vors Teufelserkerhaus kommt nun doch Leuchtpflaster. Das sagte Baubürgermeister Eckhard Lang (CDU) auf SZ-Nachfrage. Die Arbeiten sind bereits ausgeschrieben. Noch im Sommer soll der Platz vorm Teufelserkerhaus fertig werden. Der Bauausschuss hatte dem Projekt mehrheitlich zugestimmt. Nur CDU-Abgeordneter Volker Rühle votierte dagegen. Er hält den Einsatz von Leuchtpflaster in der historischen Altstadt für nicht sinnvoll. Außerdem könnten diese Zusatzausgaben der gebeutelten Stadtkasse nicht zugemutet werden.

Mit Verwirklichung des Projekts werden mahnende Stimmen in den Wind geschlagen. So zeigte sich das Kuratorium Altstadt verwundert. Mit 500 Euro Spenden aus der Vereinskasse war 2002 die traditionelle Anstrahlung der Marienkirche und des Rathausturmes finanziert worden. Nun fragten sich die Altstadt-Enthusiasten besorgt, ob die Spenden nötig war. Denn für die Beleuchtung des privaten Teufelserker-Komplexes des Bauträger GEVA werde nun ein Vielfaches dieser Summe aus der Stadtkasse ausgegeben.

Auch der GEVA ist das Projekt zu heiß geworden. Sie schrieben einen Brief an Oberbürgermeister Markus Ulbig (CDU). Die Geschäftsführer Mike Gerbig und Sven Vater appellierten an den OB, „sich gegen die Realisierung der leuchtenden Pflastersteine auszusprechen“. Sie befürchten, dass ihr Großprojekt wegen der öffentlichen Kritik am Vorgehen der Stadt in ein schlechtes Licht gerät. Das Vorhaben sollte auf Eis gelegt werden, damit sich die erhitzen Gemüter beruhigen.

Das Rathaus verweist darauf, dass es sogar eine öffentliche Befragung zum Leuchtpflaster vorm Teufelserkerhaus gegeben habe. Mit 100 Prozent sei die öffentliche Zustimmung überwältigend gewesen. Nicht dazu gesagt wurde allerdings, dass sich nur zwei Pirnaer an der Befragung beteiligt hatten.

Quelle: Sächsische Zeitung Datum: 19.03.2003 Objekt: Obere Burgstraße 1-3

Verzicht auf Leuchtpflaster Bauträger appelliert an OB, Projekt fallen zu lassen

Pirna. Der Bauträger GEVA hat jetzt an die Stadt appelliert, auf das geplante Leuchtpflaster vor dem Teufelserkerhaus zu verzichten. Die Geschäftsführer Mike Gerbig und Sven Vater machen das in einem Brief an den Oberbürgermeister Markus Ulbig (CDU) deutlich. Das Vorhaben war in die Schlagzeilen geraten, da es auf Stadtkosten durchgezogen werden soll. Und das, obwohl die nächtliche Beleuchtung der Marienkirche und des Rathausturmes nur mit Spenden des Kuratoriums Altstadt gesichert werden konnte.

Die GEVA-Chefs machen keinen Hehl daraus, dass sie vom Gedanken eines gewissen Lichtzaubers an ihrem sanierten Komplex sehr angetan waren. Gegnern würde es sicher nicht um die reine Gestaltung des Platzes vorm Teufelserkerhaus gehen. Vielmehr drehe es sich um die Finanzen, ist den beiden Geschäftsführern klar. Zwar handelt es sich beim geplanten Leuchtpflaster um ein städtisches Projekt. Für die GEVA ist der Grund des Unmuts von Kritikern aber schon einleuchtend: die Fördermittel. Davon erhielt der Bauträger über 2,7 Millionen Euro.

Die Sanierung des Ensembles sei fast gemeistert. Im April soll die Einweihung gefeiert werden. „Wir haben es mit Unterstützung der Stadt Pirna – und nicht zuletzt für die Stadt Pirna – beinahe gemeistert. Nun sollen ein paar leuchtende Pflastersteine dieses in ein `schlechtes Licht` rücken?", heißt es in dem Brief. Vater und Gerbig wollen das nicht. Ihr Vorschlag: das Projekt auf Eis legen, „um die ´erhitzten´ Gemüter etwas zu beruhigen“. Einen goldenen Mittelweg würde es in dieser Frage nicht geben. Die „kreative Illusion“ könnte vielleicht an einem anderen Objekt verwirklicht werden.

Quelle: Sächsische ZeitungDatum: 14.03.2003Objekt: Obere Burgstraße 1-3Kritik an Leuchtpflaster Kuratorium und Bauträger fordern, dass Pirnas Rat Entscheidung zurück nimmt

Das Pirnaer Teufelserkerhaus bewegt die Gemüter. Der Komplex mit dem benachbarten Gotischen und dem Kernschen Haus wird derzeit vom Bauträger GEVA saniert. Heftig kritisiert wird, dass auf Stadtkosten beim Ausbau der Oberen Burgstraße Leuchtpflaster installiert werden soll, um den historischen Teufelserkerkomplex nachts ins richtige Licht zu setzen.

Von Peter Hilbert

Der Pirnaer Bauausschuss hat sicher nicht geahnt, welche Woge der Empörung er am 6. März angeschoben hat. Nach langem Hin und Her wurde beschlossen, vor den Teufelserker-Komplex Leuchtpflaster zu installieren. „Eine neue Dimension im Lichtdesign“ soll die raffinierte Technik nach Angaben des Herstellers eröffnen. Denn es handelt sich keinesfalls um simple Lampen im Pflaster, sondern um Lichtfliesen mit ausgeklügelter Leuchtdioden-Technik. Zudem sollen nach Vorstellungen der Planer zwei Bodenstrahler den Renaissance-Erker entlang der Fassade beleuchten, um bei Nacht geheimnisvolle Schattenentwürfe zu erzeugen.

Verein spendet für Beleuchtung von Kirche

Der Sanierungsbeirat sprach sich gegen das Vorhaben aus. Darauf nahm der Bauausschuss bei seiner Entscheidung keine Rücksicht. Lediglich CDU-Stadtrat Volker Rühle äußerte Bedenken, lehnte mit Blick auf die Kosten für die gebeutelte Stadtkasse als einziger das Leuchtpflaster ab. Baubürgermeister Eckhard Lang (CDU) versuchte Rühles erhitztes Gemüt zu beschwichtigen. Schließlich würde das Ganze nur 7.000 Euro kosten, die zu 85 Prozent gefördert würden. Außerdem seien die Betriebskosten geringer als bei normalen Straßenlaternen.

Das Kuratorium Altstadt fühlt sich nun vor den Kopf gestoßen. Der Vorstand ging jetzt mit einem Brief an die Öffentlichkeit. Das ist nicht verwunderlich. Schließlich hatte das Kuratorium Anfang 2002 mühsam gesammelte Spendengelder für die traditionelle Anstrahlung von Rathausturm und Marienkirche zur Verfügung gestellt.

Für Licht am Teufelserker öffnet Rathaus die Kasse

Berappt wurden 500 Euro, damit die Wahrzeichen der Stadt nicht auf Grund der Sparmaßnahmen im Dunkel versinken. Das Rathaus nahm das Geld dankend an. Nun stellen sich die Altstadt-Enthusiasten die Frage, ob ihre Spende nötig war. Denn für die Beleuchtung des privaten GEVA-Komplexes wird ein Vielfaches der Summe ausgegeben. Und das aus der Stadtkasse. Darüber hinaus würden diejenigen brüskiert, die sich 1989 für dir Rettung des Hauses vor dem drohenden Abriss eingesetzt hatten und mit dem Gebäude Gedanken an Pirnaer Demokratie-Tradition verbinden. „Sie wollten „ihr“ Teufelserkerhaus ohne irgendwelche Beleuchtungseffekte respektiert sehen, sicherlich ein kleiner Wunsch, dessen Erfüllung Achtung ausgedrückt hätte“, heißt es in dem Brief.

Das Kuratorium warnt nun vor der Gefahr der Zerstörung des Altstadttypischen. Der Verein mahnt, dass ein Nebeneinander von Altem und Neuem Rahmenkonzepte braucht, so die seit Jahren geforderte Gestaltungssatzung. Einen Lichtblick sehen die Frauen und Männer um Kuratoriums-Vorsitzenden Albrecht Sturm allerdings: Nämlich die Stadträte, die gegen dieses Vorgehen und somit für ein anderes Herangehen sind. Damit würde demonstriert, dass diese Leute beim Einsatz öffentlicher Gelder noch kritisch geblieben sind.

Selbst dem Bauträger GEVA ist die Geschichte jetzt zu heiß geworden. „Da es unterschiedliche Meinungen gibt, sollte das Leuchtpflaster nicht mit brachialer Gewalt durchgesetzt werden“, sagte Geschäftsführer Sven Vater. Er will an den Oberbürgermeister und die Stadträte schreiben und sie bitten, das Vorhaben fallen zu lassen.

Die GEVA will Anfang April im Teufelserkerkomplex Einzug feiern. Ein Dauerstreit um verdeckte städtische Zuschüsse wäre sicher das Letzte, was der Bauträger braucht. Denn über mangelnde Freigiebigkeit des Rathauses kann er nicht klagen. Pirna hat schon mehr als 2,7 Millionen Euro Zuschuss für das Projekt locker gemacht. Und daran stoßen sich immer wieder Bauherren aus dem Zentrum, denen die Stadt in puncto Fördermittel die kalte Schulter gezeigt hat.

Quelle: Sächsische ZeitungDatum: 14.03.2003Objekt: Obere Burgstraße 1-3

Jammern hilft nicht

Von Peter Hilbert

Da verstehe einer die Pirnaer Welt noch. Ein Verein von Enthusiasten wie das Kuratorium Altstadt sammelt mühsam Euro für Euro, gibt der Stadt dieses Geld für die Beleuchtung der Marienkirche und des Rathausturms. Im Gegenzug hat die Stadt jedoch keinerlei Skrupel, die angeblich so knappen Mittel beim Teufelserkerhaus sprichwörtlich mit der Gießkanne zu verteilen (siehe Bericht Mitte). Da darf sich niemand wundern, wenn die Bürger über so eine Politik nur noch den Kopf schütteln. Besonders die, die sich 1989 engagiert für die Rettung des Wahrzeichens Teufelserkerhaus eingesetzt haben. Selbst demjenigen, der am meisten von der städtischen Großzügigkeit profitiert, wird jetzt das Projekt zu heiß. Der Bauträger GEVA, der den Komplex saniert, hat mit dem Lichtpflaster nichts mehr am Hut. Das Rathaus sollte sich besser überlegen, wie es Steuergelder ausgibt. Es reicht eben nicht, nur über knappe Kassen zu jammern.

Quelle: Sächsische ZeitungDatum: 12.03.2003Objekt: Obere Burgstraße 1-3

Stadtrat beteiligte sich nicht an Abstimmung

 CDU-Stadtrat Hans-Peter Schwerg hält es durchaus für gerechtfertigt, dass vor dem Teufelserkerhaus Lichtpflaster eingebaut wird. Damit würden eigentlich nur die wesentliche Bauteile wie der Teufelserker dezent unterstrichen. Von einem wundervollen Spektakel – wie er in der SZ vom vergangenen Sonnabend zitiert wurde – habe er nie gesprochen. Denn einem Spektakel gleiche diese dezente Beleuchtung keinesfalls. Der Bauausschuss hatte sich kürzlich auch vor Ort informiert, um sich eine Vorstellung von dem Vorhaben machen zukönnen. Schwerg hatte als stellvertretendes Ausschussmitglied am vergangenen Donnerstag zwar an der Debatte im Bauausschuss teilgenommen. Bei der Entscheidung zu dem Lichtpflaster stimmte Schwerg aber nicht mit ab.

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